Zuhören wie eine Katze

Wenn jemand mit mir spricht,
zeige ich ihm durch meine Körpersprache,
dass ich mir Zeit für ihn nehme.

Ich bleibe stehen,
um ihm Raum und Zeit zu geben.

Ich bewege mich wenig.

Ich konzentriere meine gesamte Aufmerksamkeit auf meinen Gesprächspartner.

Ich spreche nicht.

Ich gebe keine Ratschläge und teile ihm auch nicht meine Meinung mit.

Mein Zuhören verpflichtet sich dem Schweigen,
das ich meinem Gegenüber schenke.

Ich schaue denjenigen an,
der zu mir spricht.

Ich tauche in seine Augen ein und bleibe neutral.

Arten der Meditation

Bei der Meditationstechnik der Achtsam­keit muss man sich jeden Moment bewusst sein. Und sich nur auf das konzentrieren, was gerade passiert.

Dagegen ist die fokussier­te Meditation einfacher zu prakti­zieren. Die Gedanken werden auf ein bestimmtes Objekt (Kerze, ein Wort oder Mantra wie «Om») oder auf die Atmung gerichtet. Schon eine zehnminütige, tägliche be­wusste Atemmeditation bringt Erfolg.

Eine weitere Möglichkeit ist die geführte Meditation, bei der man einem Lehrer oder einer Meditations­-CD zuhört. Sie ist sehr effizient, positive Verände­rungen zu bewirken.

Leuten, de­nen es jedoch sehr schwerfällt, still zu sitzen, wird die Geh­meditation empfohlen. Lang­sames, achtsames Gehen baut negative Emotionen ab.

Das Gästehaus

Das menschliche Dasein ist ein Gästehaus. Jeden Morgen ein neuer Gast.

Eine Freude, ein Kummer, eine Gemeinheit, ein kurzer Moment der Einsicht kommt als unerwarteter Besucher. Heisse sie alle willkommen und bewirte sie.

Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist, die mit Gewalt in dein Haus eindringt und es plündert – behandle jeden Gast mit Würde. Vielleicht bereitet er dich vor auf ganz neue Freuden.

Den dunklen Gedanken der Scham, der Bosheit – begegne ihnen mit einem Lächeln an der Tür und bitte sie herein. Sei dankbar für jeden der kommt, denn ein jeder wurde zu deiner Führung geschickt aus einer anderen Welt.

Text von Rumi (Dschalal ad-Din Muhammad Rumi)

Epiktet

Wir Menschen werden nicht gestört oder zerstört von den Dingen, die uns wiederfahren. Sondern von unseren Gedanken und Meinungen über diese Dinge.

Wenn wir wütend sind, ängstlich, enttäuscht oder traurig, lass uns das nicht anderen oder der Situation zuschreiben, sondern uns selbst, das heißt: unseren Gedanken und Meinungen.